24. Juni 2020 Achim Hepp

Peloton – ein Paradebeispiel für Gamification

Vor ein paar Wochen habe ich mir das Peloton Bike gekauft. Das ist ein Spinning Rad für daheim, welches zusammen mit einer Mitgliedschaft bei Peloton Digital funktioniert. Peloton verkauft mir so im Gesamtpaket die Möglichkeit, rund um die Uhr auf tausende von Kursen – nicht nur Spinning – über das Tablet am Bike, aber auch über diverse Apps zuzugreifen. Manche davon finden live statt und ich kann mich in die virtuelle Klasse von zu Hause einklinken.

Auch, wenn ich alleine zu Hause Sport mache, ermöglicht mir die weltweite, sehr aktive Community auf dem Tablet eine gemeinschaftliche Trainingserfahrung in den eigenen vier Wänden. Mittlerweile kann man sich auch – via Hashtags – in Gruppen organisieren und so mit anderen fahren, die zum Beispiel das gleiche Interesse teilen. Ich bin seit kurzem Mitglied der #CraftBeerRiders. 😉

Zwei Faktoren, die mich am Ball halten

Klingt alles gut und spannend, aber lohnt sich so ein Investment für mich? Klar, ich muss sportlich etwas tun, aber bleibe ich auch langfristig bei der Stange? Zwei Faktoren waren für mich beim Peloton ausschlaggebend:

Zum einen Convinience. Ich habe gemerkt, dass kurze Wege und ständige Verfügbarkeit für mich beim Sport essenziell wichtig sind. So kann ich ihn einfacher in meinen Alltag integrieren. Zum anderen springe ich – wie viele andere auch – auf Gamification Elemente an. Und davon hat Peloton einige zu bieten. Nach ein paar Wochen weiß ich nun genau, dass diese Features bei mir – wie geplant – ziehen und mich längerfristig motivieren.

Peloton Badges zur Selbstmotivation

Peloton Badges in meinem Profil auf dem iPhone 11

Eines der klassischen Gamification Features sind Badges, also digitale Abzeichen. Schon 2010 haben sie mich bei Foursquare motiviert, neue Orte kennenzulernen und dort einzuchecken. Badges wurden seitdem in sehr vielen Onlinediensten eingesetzt, um Nutzer zu bestimmten Aktionen zu motivieren. Ein weiteres Beispiel ist Untapped. Hier kenne ich Nutzer, die teilweise in andere Städte fahren, um dort ein bestimmtes Badge einer Bar zu bekommen. Klingt verrückt, passiert aber so.

Bei Peloton gibt es verschiedene Arten von Badges (Auszeichnungen). Man erhält sie entweder für Special Events (Ereignisse), Milestones (Meilensteine), Streaks (Strähnen), Social (Aktivitäten mit seinen Freunden) oder Challenges. Dadurch werde ich als Sportler motiviert, andere Trainingskurse zu entdecken beziehungsweise mich regelmäßig sportlich zu betätigen. So belohnen mich zum Beispiel die Streak-Badges, wenn ich 3, 5, 7, 10 und mehr Tage hintereinander ein Training absolviert habe. Auf diese Weise lasse ich meine sportliche Strähne nicht abreißen und werde digital motiviert, den inneren Schweinehund zu besiegen.

Challenges und Leaderboard als gemeinsamer Antrieb

Ein weiterer Aspekt sind die Challenges, die über einen gewissen Zeitraum laufen – im Regelfall einen Monat. Ich muss mich aber aktiv für die Teilnahme entscheiden. In den Challenges habe ich die Möglichkeit, mich direkt mit meinen Freunden zu messen und ggf. den ein oder anderen extra Tag zu investiert, um auf den gleichen Medaillen-Rang wie jemand anderes zu kommen. Als Beispiel nehmen wir die Activity Challenge, die jeden Monat neu startet. Wenn man bei dieser teilnimmt, kann man ein Bronze-, Silber- oder Gold-Badge erhalten. Dafür muss man entweder 5, 10 oder 15 Tage ein beliebiges Training von Peloton absolvieren.

Während der Rides auf dem Spinning Bike selbst steht mir das Leaderboard zur Verfügung. Darauf sehe ich, wer generell schon den Ride absolviert hat, kann aber auch zu den aktuell am Ride Teilnehmenden wechseln – dynamisch sortiert nach deren Leistung. Das motiviert mich natürlich, intensiver in die Pedale zu treten, um die anderen zu überholen. Aber ich sehe zeitgleich auch meine eigene Bestleistung auf dem Leaderboard. Also selbst, wenn ich nicht die anderen überholen kann, so kann ich es immer bei mir selbst versuchen.

Rundes, digitales Erlebnis – auch unterwegs

All diese Features machen aus dem Peloton Bike mit dem Dienst Peloton Digital in Kombination mit der Community ein extrem rundes, digitales Erlebnis, was ich selten so erlebt habe. Es ist nicht alles perfekt, denn im User Interface und in der Lokalisierung gibt es sehr viel Luft nach oben. Wegen letzterem – und weil ich hauptsächlich auch amerikanische Kurse mache – habe ich aber eh alles auf Englisch gestellt.

Wer auch ein Peloton Bike hat und möchte, der kann mich gerne zu seiner Freundesliste hinzufügen. Mein Name ist – wie so oft – einfach achimh. Und dann sieht man sich auf dem Leaderboard, wie man in der Community so schön sagt.


Wer noch mehr zum Peloton erfahren möchte, ich habe zum Bike und auch zum Ride jeweils ein Video für YouTube gemacht:

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Achim Hepp

#machen | Achim ist Digitalexperte, Autor, Speaker und CDO/Gründer des Startups Virado. Er veröffentlicht Fachbeiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie hält er Vorträge und Workshops zu seinen Themen. In dieser Funktion ist er im In- und Ausland unterwegs, wobei er immer die Augen nach digitalen Trends aufhält.