24. Juli 2020 Achim Hepp

Pelothon und Peleton Quests – noch mehr Gamification

In meinem letzten Blogartikel habe ich bereits über unterschiedliche Gamifikation Features bei Peloton geschrieben, die mich begeistern. Das Unternehmen zeigt aber auch perfekt, wie man Gamification einsetzt, um den Nutzern die Vielfalt des Angebotes näher zu bringen. Anfang Mai gab es die Peloton Quests und aktuell läuft die zweite Woche des Pelothon. Auch das sind zwei großartige Beispiele, wie Peloton die Nutzer durch Events einbindet und motiviert.

Vier Wochen dauert der gesamte Pelothon. Über diesen Zeitraum soll man je Woche eine Aufgabe erledigen und lernt so spielerisch alle möglichen Sportarten und Trainier kennen. Am Anfang des Pelothon musste ich mich für eines von sechs Teams entscheiden. Jedes hatte zwischen fünf und sechs Trainier und einen individuellen Hashtag als Namen, den man in sein Profil übernehmen musste. So zeigt man, zu welchem Team man gehört. Ich habe mich für #TheUnstoppables entschieden, da hier zwei meiner drei

Pelothon Woche 1: Neue Trainer, neue Sportarten

Die erste Woche war dem Kennenlernen gewidmet. Ich musste jeweils einen Kurs von jedem Trainier aus meinem Team absolvieren. Peloton erstellte für jedes Team eine Collection, in der es Kursvorschläge gab. Das hat ein bisschen für Verwirrung gesorgt, weil viele dachten, dass die Vorschläge verpflichtend seien. Das war nicht so und das wurde schnell in den Communities bei Facebook und Reddit geklärt. Dort haben sich auch schnell die einzelnen Teams zusammengefunden, eigene Threads erstellt, gemeinsam Kurspläne ausgearbeitet und Empfehlungen gegeben.

Pelothon Post von Peloton auf Instagram

Als der Badge für die erste Woche nicht pünktlich in den Profilen auftauchte, gab es mehr als lebhafte Diskussionen in der Community.

So oder so, man hat auf jeden Fall neue Trainer kennengelernt, die man vorher vielleicht nicht auf dem Schirm hatte. Und zusätzlich eben noch eine Sportart, die man vorher vielleicht nicht ausprobiert hatte. Ich selbst fahre hauptsächlich Rad und gehe laufen. Aber bei mir im Team #TheUnstoppables waren Chelsea und Matty als Trainier, die Yoga und Meditation bzw. Krafttraining anbieten. Dadurch habe ich drei neue Sportarten ausprobiert und zwei neue Trainer kennengelernt.

Pelothon Woche 2: Live Kurse

In der zweiten Woche dreht sich alles um Live Kurse. Die Community muss zwei absolvieren – dabei ist egal, welcher Trainer den Live-Kurs anbietet. Ich kann auch einen außerhalb meines eigenen Teams wählen. Das ist wahrscheinlich so, weil Peloton mehr zeitliche Auswahl bieten möchte. Schließlich sitzen die meisten Trainer in den USA, was das Angebot durch die Zeitverschiebung und Beschränkung auf die eigenen Team Trainer für viele Nutzer – gerade in Europa – ein wenig beschränken würde.

Bei den Live Kursen erklärt der Trainer meist vorab noch mehr zu den Hintergründen und plaudert ein wenig. Das fehlt bei den On Demand Kursen komplett. Auch, dass man in der Live Situation mit mehreren tausend Menschen gleichzeitig und weltweit Sport treibt, ist ein Motivation Boost. Ich war mit mehr als 22.000 Menschen gleichzeitig in dem von mir gewählten Kurs auf dem Rad. Da macht das mit dem Leader Board noch mehr Spaß und endlich machen die umfangreichen Filtermöglichkeiten auch Sinn. So konnte ich bei der Anzahl von Menschen einen Filter setzen und mit Männern in meiner Altersklasse fahren. Das macht bei On Demand Kursen mit nur ein paar Leuten wenig Sinn. Und noch nie habe ich so viele digitale High Fives bekommen wie hier. So hat Peloton es in der zweiten Woche mit dem Reiz, einen neuen Badge zu bekommen, also geschafft, die Leute zu einem Live-Kurs zu animieren und so den unterschiedlichen Charakter zu erleben.

Immer wieder Badges – auch beim Pelothon

In der zweiten Woche erhielt ich meinen Badge direkt nach dem zweiten Live-Kurs. In der ersten Woche musste sich die Nutzer allerdings noch etwas gedulden, denn erst am Montag darauf wurde ausgewertet, wer die Aufgabe erfolgreich absolviert hatte. Als dann der Badge am Montagmorgen nicht direkt verfügbar war, gab es bereits die ersten Nachfragen bei Facebook und Reddit. Die intensiven Diskussionen, die sich dort abspielten, sind ein guter Beleg dafür, wie Badges auf eine emotionale Art motivieren können und wie wichtig diese für die Nutzer sind.

Peloton Quests Post von Peloton auf Instagram

Mit Posts auf Instagram und Facebook hat Peloton die Community auf die Suche nach Kursen geschickt.

Peloton Quests lässt Community rätseln

Ein anderes Beispiel, wie bei einem Event Gamification Elemente eingesetzt wurden, sind die Peloton Quests, die im Mai liefen. Wöchentlich postete Peloton auf Facebook und Instagram Hinweise, die zu bestimmten Kursen in der Mediathek führten. Zum Beispiel wurde in der ersten von vier Wochen der Hinweis gegeben, aus dem hervorging, dass es sich um eine Künstlerserie handelt. Songtitel ließen auf den Künstler schließen. Aufgabe der Community war es dann, den entsprechenden Kurs ausfindig zu machen und zu absolvieren.

Und prompt ergaben sich in den Communities neue Threads, in denen sich die Nutzer austauschten, welche Kurse hier gemeint sein könnten. Peloton selbst bat allerdings darum, die Lösung nicht direkt unter den Hinweis zu posten, damit der Spaß für alle anderen, die noch nicht soweit waren, nicht verloren geht. Das war eine gelungene, spielerische Art, die Community zu animieren und auf verschiedene Trainer und Sportarten aufmerksam zu machen. Und natürlich gab es für jede Woche am Ende ein Badge.

Community als Peloton Erfolgsgarant

Das sind zwei Beispiele aus jüngerer Vergangenheit gewesen, in denen Peloton deutlich zeigt, dass sie wissen, was sie tun müssen, um ihre Nutzer zu motivieren. Außerdem lernen diese dabei spielerisch die verschiedenen Möglichkeiten wie Kurse, Trainer und Sportarten kennen. Gleichzeitig sieht man an diesen Beispielen, was für eine große und lebendige Community sich rund um das Produkt und den Dienst entwickelt hat, die einen signifikanten Anteil zum Erfolg des Gesamtpakets beiträgt. Und so eine Community lässt sich schwierig von Mitbewerbern kopieren. Gut gemacht Peloton! 👍🏼


Wer noch mehr zum Peloton erfahren möchte, ich habe zum Bike und auch zum Ride jeweils ein Video für YouTube gemacht:

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Achim Hepp

#machen | Achim ist Digitalexperte, Autor, Speaker und CDO/Gründer des Startups Virado. Er veröffentlicht Fachbeiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie hält er Vorträge und Workshops zu seinen Themen. In dieser Funktion ist er im In- und Ausland unterwegs, wobei er immer die Augen nach digitalen Trends aufhält.