Ich gebe inzwischen jeden Monat einiges an Geld für verschiedene KI-Dienste aus. Dazu kommen zusätzliche Kosten für die Extra-Tokens von ChatGPT Work, mit dem ich mittlerweile einen großen Teil meiner technischen Projekte umsetze. Gleichzeitig stelle ich aber fest, dass mir KI an anderen Stellen zunehmend Geld spart. Allein durch die weggefallenen Abonnements haben sich die zusätzlichen Ausgaben für ChatGPT Work auf ein Jahr gerechnet bei mir relativ schnell amortisiert. Die eingesparte Arbeitszeit ist dabei noch gar nicht berücksichtigt.
Hinzu kommt, dass ich KI inzwischen auch für Aufgaben einsetze, die ich früher teilweise extern vergeben habe. Beispielsweise lasse ich mir Texte recherchieren und erste Fassungen schreiben, was früher eine Texterin für mich übernommen hat. Natürlich muss ich die Ergebnisse weiterhin prüfen, überarbeiten und vor allem sprachlich an meinen eigenen Stil anpassen. Trotzdem hat sich dadurch mein Arbeitsablauf deutlich verändert und auch hier spare ich Kosten.
In den vergangenen Monaten habe ich außerdem angefangen, meine eigene digitale Infrastruktur konsequent zu hinterfragen. Welche Abonnements brauche ich eigentlich noch? Welche Software nutze ich wirklich in dem Umfang, für den ich bezahle? Und wo könnte ich bestehende Lösungen durch etwas Einfacheres ersetzen oder mir sogar selbst etwas programmieren lassen? Die folgenden Beispiele sind dabei nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was ich inzwischen mit Unterstützung von KI verändert habe. Praktisch alle beschriebenen Projekte habe ich gemeinsam mit ChatGPT Work umgesetzt.
Dabei geht es mir überhaupt nicht darum, möglichst viel kostenlos zu bekommen oder grundsätzlich auf kommerzielle Software zu verzichten. Ich bezahle gerne für gute Produkte, wenn sie mir einen entsprechenden Mehrwert bieten. Aber ich habe wenig Lust, dauerhaft für Funktionen zu bezahlen, die ich eigentlich gar nicht benötige. Mit KI ist es für mich inzwischen wesentlich einfacher geworden, solche Dinge nicht nur zu hinterfragen, sondern auch tatsächlich zu verändern. Und neben den direkten Einsparungen sind dabei noch einige andere positive Effekte entstanden, die für mich mindestens genauso interessant sind.
Warum selbst entwickeln, wenn es bereits eine kostenlose Alternative gibt?
Ein gutes Beispiel ist meine Terminbuchung, für die ich bisher Calendly genutzt habe. Ein wirklich gutes Tool, an dem ich grundsätzlich nichts auszusetzen habe. Allerdings sind meine Anforderungen ziemlich überschaubar. Jemand soll auf meiner Website einen freien Termin auswählen können, eine Bestätigung bekommen und der Termin soll anschließend in meinem Kalender stehen. Dafür brauche ich weder ein umfangreiches Buchungssystem noch irgendwelche ausgefallenen Funktionen. Trotzdem habe ich dafür regelmäßig Abogebühren bezahlt.
Irgendwann kam mir deshalb die Idee, mir mit KI einfach eine eigene kleine Lösung programmieren zu lassen. Ich kann selbst ein bisschen programmieren und beschäftige mich seit vielen Jahren mit digitalen Technologien, aber inzwischen ist es natürlich wesentlich komfortabler, solche Dinge gemeinsam mit einem KI-Assistenten umzusetzen. Also habe ich angefangen, meine Anforderungen zu beschreiben und zu überlegen, wie wir das technisch realisieren könnten. Interessanterweise hat mir die KI dann aber davon abgeraten, überhaupt etwas Eigenes zu entwickeln. Stattdessen hat sie mir mit Cal.com eine bereits existierende Lösung vorgeschlagen, die für meinen Anwendungsfall in einer kostenlosen Variante vollkommen ausreicht.
Das fand ich gleich aus zwei Gründen interessant. Zum einen spare ich mir natürlich die bisherigen Abogebühren. Zum anderen habe ich mir aber auch die komplette Recherche nach möglichen Alternativen gespart. Natürlich hätte ich selbst Google bemühen, verschiedene Vergleichsartikel lesen, Funktionen gegenüberstellen und anschließend einige Anbieter ausprobieren können. Das habe ich in der Vergangenheit oft genug gemacht. Aber warum sollte ich dafür noch Stunden investieren, wenn ich einer KI einfach beschreiben kann, was ich benötige, und mir entsprechende Vorschläge machen lassen kann? Die endgültige Entscheidung muss ich natürlich weiterhin selbst treffen und auch überprüfen, ob die vorgeschlagene Lösung tatsächlich funktioniert. Aber der Aufwand bis zu diesem Punkt ist erheblich geringer geworden.
Revolution Slider: Wenn die eigene Lösung plötzlich sinnvoll wird
Bei meinen WordPress-Websites hatte ich ein ähnliches Thema, allerdings mit einem anderen Ergebnis. Ich habe den Revolution Slider über viele Jahre bei verschiedenen Projekten eingesetzt. Das ist ein wirklich mächtiges WordPress-Plugin, mit dem man unglaublich viel machen kann, wenn man sich entsprechend intensiv damit beschäftigt und die ganzen Funktionen auch tatsächlich benötigt. Ich habe allerdings nur einen relativ kleinen Teil dieser Möglichkeiten genutzt. Letztendlich ging es mir darum, bestimmte Inhalte und Bilder auf meiner Website als Slider darzustellen. Dafür hatte ich ein umfangreiches Plugin installiert, das wesentlich mehr konnte, als ich jemals gebraucht habe.
Also habe ich diesmal nicht nach einer kostenlosen Alternative gesucht, sondern mir von der KI ein eigenes WordPress-Plugin programmieren lassen. Ich habe beschrieben, welche Funktionen ich benötige, wie die Bedienung im Backend aussehen soll und wie sich der Slider auf meiner Website verhalten muss. Natürlich hat das nicht auf Anhieb alles perfekt funktioniert. Wir haben verschiedene Dinge ausprobiert, Fehler korrigiert und das Plugin immer wieder angepasst. Aber am Ende hatte ich genau die Lösung, die ich haben wollte, ohne mich durch unzählige Funktionen eines wesentlich umfangreicheren Plugins arbeiten zu müssen.
Damit habe ich nicht nur wieder laufende Kosten eingespart, sondern gleichzeitig eine Lösung bekommen, die wesentlich besser auf meine tatsächlichen Anforderungen zugeschnitten ist. Ich finde diese Entwicklung grundsätzlich ziemlich spannend. Bisher war es für die meisten Menschen wirtschaftlich überhaupt nicht sinnvoll, sich für vergleichsweise einfache Anforderungen eigene Software entwickeln zu lassen. Also hat man fertige Produkte gekauft, auch wenn man vielleicht nur einen Bruchteil der Funktionen benötigt hat. Mit KI verändert sich das gerade ziemlich deutlich. Natürlich würde ich mir damit keine komplexe Unternehmenssoftware zusammenbauen, deren Sicherheit und Zuverlässigkeit ich nicht beurteilen kann. Aber für kleine, überschaubare Anwendungen kann eine individuelle Lösung inzwischen durchaus sinnvoller sein als ein weiteres Abo.
Weniger Plugins bedeuten auch weniger Aufwand
Bei meiner WordPress-Installation bin ich inzwischen noch einen Schritt weitergegangen. Denn nicht jedes Plugin kostet Geld und trotzdem kann es sinnvoll sein, darauf zu verzichten. Ein Beispiel dafür ist das Redirect-Plugin, das ich bisher verwendet habe, um alte URLs auf neue Adressen weiterzuleiten. Das funktioniert wunderbar und ist sicherlich auch für viele WordPress-Nutzer eine gute Lösung. Allerdings brauche ich dafür eigentlich kein zusätzliches Plugin. Solche Weiterleitungen lassen sich auch direkt im Code umsetzen, und das ist nun wirklich kein besonders anspruchsvolles Thema. Ich wusste das natürlich auch vorher schon und hätte es jederzeit selbst machen können.
Nur habe ich es eben nicht gemacht, weil das bestehende Plugin funktioniert hat und ich wenig Motivation hatte, mich hinzusetzen und die entsprechenden Weiterleitungen von Hand umzusetzen. Mit KI war das plötzlich eine Sache von wenigen Minuten. Ich habe meine bestehenden Weiterleitungen genommen und den Assistenten angewiesen, mir die entsprechende Funktionalität sauber in mein WordPress Child Theme einzubauen. Anschließend habe ich die Weiterleitungen getestet und konnte das bisherige Plugin entfernen.
Das spart mir zunächst überhaupt kein Geld, macht meine Website aber ein kleines Stück schlanker. Denn jedes zusätzliche WordPress-Plugin bedeutet auch zusätzlichen Wartungsaufwand. Es muss aktualisiert werden, kann möglicherweise Sicherheitslücken enthalten und je nach Implementierung zusätzliche Ressourcen benötigen. Natürlich ist nicht jedes Plugin automatisch ein Sicherheitsproblem oder macht eine Website spürbar langsamer. Aber je weniger unnötige Komponenten ich betreibe, desto weniger muss ich mich langfristig darum kümmern. Und genau deshalb schaue ich mir inzwischen immer häufiger an, ob ich für eine bestimmte Funktion tatsächlich ein Plugin benötige oder ob ich sie nicht wesentlich einfacher direkt in meine bestehende WordPress-Installation integrieren kann.
Meine eigene Cloud statt immer mehr Abonnements
Das bislang größte Projekt in diesem Zusammenhang war allerdings der Umbau meiner gesamten Cloud-Infrastruktur. Ich habe in den vergangenen Monaten einen Großteil meiner bisherigen Cloud-Lösungen durch eine selbst gehostete Infrastruktur auf Basis von Synology ersetzt. Inzwischen betreibe ich zwei Systeme an unterschiedlichen Standorten, sodass ich meine Daten nicht nur selbst verwalten kann, sondern auch zusätzliche Möglichkeiten zur Absicherung habe.
Die grundsätzliche Entscheidung für Selfhosting hatte dabei zunächst gar nichts mit KI zu tun. Ich wollte mehr Kontrolle über meine Daten, weniger Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und langfristig auch meine laufenden Kosten reduzieren. Allerdings hat KI bei der Umsetzung eine wesentlich größere Rolle gespielt, als ich ursprünglich erwartet hatte. Das fing bereits bei der Auswahl der passenden Hardware an. Natürlich kann ich mich selbst durch technische Datenblätter, Testberichte und Foren arbeiten. Ich beschäftige mich schließlich seit Jahrzehnten mit solchen Themen. Trotzdem ist es unglaublich hilfreich, wenn ich meine Anforderungen einfach beschreiben und anschließend verschiedene Geräte, Konfigurationen und mögliche Probleme mit einem KI-Assistenten durchsprechen kann.
Richtig interessant wurde es dann aber bei der Einrichtung. Ich glaube, ich habe während dieses Projekts häufiger im Terminal gearbeitet als in meinem gesamten Leben davor. Und obwohl ich durchaus technisches Verständnis mitbringe, gab es immer wieder Situationen, in denen ich zwar wusste, was ich erreichen wollte, aber nicht genau, welcher Befehl oder welche Konfiguration dafür notwendig war. Früher hätte ich mich in solchen Fällen durch Dokumentationen, Foren und irgendwelche älteren Anleitungen gearbeitet. Wahrscheinlich hätte ich dabei auch den einen oder anderen Fehler gemacht oder wäre irgendwann an einem Punkt angekommen, an dem ich mir externe Unterstützung hätte holen müssen.
Diesmal hatte ich praktisch die ganze Zeit einen KI-Assistenten an meiner Seite. Wenn ich nicht weiterwusste, habe ich einen Screenshot gemacht, die Situation beschrieben und mir erklären lassen, was gerade passiert und welche Möglichkeiten ich habe. Das war teilweise schon ziemlich beeindruckend. Ich konnte mich durch technische Konfigurationen arbeiten, mit denen ich mich vorher nie intensiver beschäftigt hatte, und hatte dabei jederzeit die Möglichkeit, nachzufragen. Gerade bei sicherheitsrelevanten Einstellungen war mir wichtig, nicht einfach irgendwelche Befehle blind zu übernehmen, sondern zumindest zu verstehen, was ich da eigentlich mache.
Natürlich ersetzt das keine fundierte technische Ausbildung und eine KI kann auch falsche oder sogar gefährliche Empfehlungen geben. Deshalb muss man gerade bei produktiven Systemen vorsichtig sein, Änderungen überprüfen und entsprechende Sicherungen haben. Trotzdem hat mir diese Unterstützung enorm geholfen, ein Projekt selbst umzusetzen, für das ich ansonsten wesentlich mehr Zeit benötigt hätte. Und das ist für mich einer der interessantesten Effekte von KI. Ich kann heute Dinge selbst erledigen, für die ich früher entweder sehr viel Zeit in die Einarbeitung hätte investieren oder jemanden beauftragen müssen.
Ist Selfhosting wirklich günstiger?
Natürlich wäre es zu einfach, jetzt zu behaupten, dass ich durch meine beiden Synology-Systeme sämtliche Cloud-Kosten eingespart habe und damit automatisch günstiger unterwegs bin. Die Hardware kostet schließlich Geld. Dazu kommen Strom, Wartung, mögliche Ersatzteile und natürlich meine eigene Arbeitszeit. Außerdem übernehme ich Verantwortung für Themen wie Datensicherung, Verfügbarkeit und Sicherheit, um die sich vorher teilweise ein Cloud-Anbieter gekümmert hat. Deshalb muss man bei solchen Entscheidungen schon etwas genauer rechnen und darf nicht einfach nur die monatlichen Abogebühren mit null Euro vergleichen.
Allerdings verändert KI für mich einen wichtigen Bestandteil dieser Rechnung, nämlich den Zeitaufwand. Wenn ich für die Auswahl, Einrichtung und Wartung einer eigenen Lösung wesentlich weniger Zeit benötige, kann sich eine solche Investition plötzlich deutlich schneller rechnen. Hinzu kommt, dass ich durch die eigene Infrastruktur flexibler geworden bin. Ich kann neue Dienste ausprobieren, zusätzliche Anwendungen betreiben und meine Systeme anpassen, ohne dafür automatisch wieder bei irgendeinem Anbieter ein weiteres Abonnement abschließen zu müssen.
Das bedeutet nicht, dass Selfhosting grundsätzlich die bessere Lösung ist. Für viele Menschen und Unternehmen dürfte eine professionell betriebene Cloud-Lösung weiterhin die sinnvollere Wahl sein. Für meine Anforderungen passt die eigene Infrastruktur inzwischen aber ziemlich gut.
KI verändert für mich die Rechnung
Wenn ich mir diese Beispiele anschaue, geht es längst nicht mehr nur darum, dass ich durch KI ein paar Euro bei Calendly oder einem WordPress-Plugin spare. Ich habe inzwischen einen ganz anderen Umgang mit meiner digitalen Infrastruktur entwickelt. Bevor ich ein neues Tool abonniere, schaue ich genauer hin, ob ich es wirklich benötige. Wenn mich eine bestehende Lösung stört, prüfe ich, ob es eine einfachere Alternative gibt. Und wenn ich eine bestimmte Funktion brauche, überlege ich inzwischen auch, ob ich sie nicht einfach selbst mit Unterstützung von KI umsetzen kann.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ich jetzt alles selbst programmieren möchte. Ich habe auch weiterhin überhaupt kein Problem damit, für gute Software zu bezahlen. Aber ich muss nicht mehr automatisch davon ausgehen, dass eine fertige kommerzielle Lösung die einzige wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeit ist. Besonders interessant finde ich dabei, dass KI mir nicht nur Arbeit abnimmt, sondern mir auch hilft, mein vorhandenes Wissen besser einzusetzen. Ich konnte schon vorher programmieren, Websites betreiben und technische Probleme lösen. Aber ich hatte eben auch nur begrenzt Zeit und nicht in jedem Bereich das notwendige Spezialwissen.
Heute kann ich viele dieser Lücken wesentlich schneller schließen und mich dadurch auch an Dinge heranwagen, die ich früher wahrscheinlich einfach liegen gelassen hätte. Unterm Strich bezahle ich also weiterhin jeden Monat für KI, inklusive zusätzlicher Tokens für ChatGPT Work. Gleichzeitig habe ich dadurch bereits verschiedene Abonnements abgeschafft, meine WordPress-Installation vereinfacht und einen großen Teil meiner Cloud-Infrastruktur selbst aufgebaut. Hinzu kommen Aufgaben wie Recherche und die Vorbereitung von Texten, für die ich früher teilweise externe Unterstützung eingekauft habe.
Allein die weggefallenen Abogebühren haben die zusätzlichen Kosten für ChatGPT Work auf ein Jahr gerechnet bei mir bereits relativ schnell ausgeglichen. Die eingesparte Arbeitszeit und die reduzierten Ausgaben für externe Dienstleistungen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Natürlich muss ich die langfristige Wirtschaftlichkeit meiner gesamten Infrastruktur einschließlich der Hardwarekosten etwas differenzierter betrachten, aber schon jetzt merke ich, dass der Nutzen weit über die eingesparten Abogebühren hinausgeht.
Meine digitale Infrastruktur wird durch KI nicht nur günstiger, sondern auch schlanker, flexibler und an einigen Stellen tatsächlich besser. Und das ist für mich inzwischen ein wesentlich interessanterer Anwendungsfall als die Frage, wie viele Texte ich mir damit pro Woche schreiben lassen kann.