18. September 2018 Achim Hepp

Bargeldlos in Dubai

Vor ein paar Wochen ging es mehr oder weniger spontan für eine Woche auf in die Vereinigten Arabischen Emirate nach Dubai. Der Trip war eine Mischung aus Urlaub und beruflicher Entdeckungsreise. Ich habe bereits Kontakte in der Region und finde die Entwicklung des Landes, aber gerade auch der Stadt Dubai, sehr spannend. Deswegen kann ich mir durchaus vorstellen, beruflich etwas vor Ort auf die Beine zu stellen – analog zu meinen Plänen in China.

Natürlich wollte ich wieder so bargeldlos wie möglich über die Runden kommen und konnte nicht wirklich einschätzen, ob und wie das klappen wird. Mutig wie ich bin, habe ich auch keinen einzigen Dirham abgehoben und bin ohne Bargeld losgezogen.

Kontaktlos geht immer

Vorneweg: Der Aufenthalt war – ganz untypisch für mich – voll organisiert und mit Halbpension. Da musste ich sogar googlen, um rauszufinden was das bedeutet. Organisiert heißt, dass es einen entsprechenden Transfer vom Flughafen zum Steigenberger Hotel in Business Bay gibt. Ich musste also erst einmal kein Taxi oder anderes Gefährt bargeldlos bezahlen und auch für Essen war erst einmal gesorgt.

Fragenbox von Foursquare

Die Frage zu Kreditkarten konnte ich bei Foursquare regelmäßig mit Ja beantworten.

Da ich extrem früh ankam und das Zimmer natürlich noch nicht bezogen werden konnte, ging es darum, etwas Zeit totzuschlagen. Ich erkundete bei über 40 Grad die Gegend und kriegte schnell Durst. Praktischerweise habe ich einen 7-Eleven entdeckt und dort Getränke geholt. Problemlos konnte ich – wie bei so einer Kette erwartet – die umgerechnet 1,40 Euro kontaktlos per Kreditkarte bezahlen. Dasselbe Erlebnis hatte ich dann auch bei der lokalen Minimarktkette ZOOM – kontaktlos via Karte ging immer. Im ZOOM war der Prozess nur etwas hakelig, da der Betrag immer separat in ein Lesegerät eingegeben werden musste.

Im Hotel ging natürlich alles auch auf Karte und an der Poolbar konnte direkt mit Karte bezahlt oder alternativ aufs Zimmer gebucht werden. Kleine Seitennotiz zum Pool: Dort habe ich am letzten Abend spontan meine arabische Domain achimhepp.ae über mein iPhone direkt bei der Vergabestelle der Emirate registriert. Einfach und reibungslos. Und zu einem weitaus günstigeren Kurs als bei den Domaindienstleistern in Deutschland.

Mit Careem statt Uber durch Dubai

Careem als Alternative zu Uber

Die lokale Alternative zu Uber ist Careem und funktioniert fast genauso.

Das Burj Khalifa und die Dubai Mall lagen in fußläufiger Reichweite vom Hotel und konnten auch mit einem kostenfreien Shuttle erreicht werden. Alle Attraktionen konnte man komplett mit Kreditkarte zahlen. Das ist ein Standard, den ich mehr oder weniger für diese Bereiche auf der ganzen Welt erwarte und bisher auch nie enttäuscht wurde. In der Dubai Mall wurden zusätzlich öfters auch Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay akzeptiert.

Für die Fortbewegung habe ich erstmal geschaut, ob es vor Ort Uber gibt. Das war so, aber schnell habe ich auch herausgefunden, dass es mit Careem eine lokale und anscheinend sehr beliebte Konkurrenz dazu gibt. Und genauso einfach und reibungslos wie eine Anmeldung bei Uber funktioniert, ist das auch bei Careem. Die App hat ein übersichtliches User Interface und ich habe nur gute Erfahrung mit den Fahrern und den Autos vor Ort gemacht – inklusive interessanter Gespräche. Ich habe den Dienst wirklich sehr gerne genutzt. Careem bucht den entsprechenden Betrag für die jeweilige Fahrt direkt nach dem Verlassen des Fahrzeugs von der hinterlegten Kreditkarte ab. Ganz so, wie ich es von Uber gewohnt bin.

Keine bargeldlose Bezahlung bei der Monorail

Soweit, so gut. Ich brauchte die ersten Tage also keinen einzigen Dirham. Bis dahin war ich sehr zufrieden in Sachen Mobile Payment und digitalen Dienstleistungen in Dubai. Und dann war ein Ausflug nach Palm Jumeirah geplant. Die Insel erreicht man prima mit einer Monorail von Dubai Internet City aus. Dubai Internet City? Ja! Klingt erst mal komisch, ist aber eine im Jahr 2000 eröffnete Freihandelszone bzw. ein Technologiepark. Hier haben sich Unternehmen angesiedelt, die sich technologisch und kommerziell mit der digitalen Welt beschäftigen. Und genau hier, in Dubai Internet City, ist dann mein Ziel, bargeldlos durch Dubai zu kommen, an den Automaten der Monorail gescheitert. Alle Automaten (!) dort nehmen nur Bargeld an. Für mich komplett unverständlich! Der Mitarbeiter am Schalter nahm auch nur Bargeld. Auf Nachfrage hat er mir den nächsten, 15 Minuten entfernten Bankautomaten empfohlen. Und da musste ich dann hin und wirklich Bargeld für diese eine Transkation holen. Das habe ich dann auch getan. Alternativ hätte ich es mir auch einfacher machen und ein Careem für die Fahrt buchen können. Aber die Fahrt mit der Monorail, die wollte ich nun mal haben!

Ich finde es schon mehr als paradox, dass ich gerade an einem Fahrkartenautomaten, wo man praktisch in allen Metropolen der Welt mit einer Karte zahlen kann, scheitere! Und dann auch noch in Dubai Internet City! Aber es ist wie es ist. Meiner Begeisterung und meinen Plänen für Dubai hat diese Erfahrung aber keinen Abbruch getan.

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Achim Hepp

#machen | Achim ist Digitalexperte, Autor, Speaker und CDO/Gründer des Startups Virado. Er veröffentlicht Fachbeiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie hält er Vorträge und Workshops zu seinen Themen. In dieser Funktion ist er im In- und Ausland unterwegs, wobei er immer die Augen nach digitalen Trends aufhält.