17. September 2019 Achim Hepp

Testbericht: E-Scooter Kalle von Trittbrett

Nachdem ich seit knapp einem Jahr diverse E-Scooter Modelle unterschiedlichster Leihfirmen auf der ganzen Welt gefahren bin und sich Circ in Dortmund schon sehr gut in meinen Mobilitätsmix integriert hat, habe ich mich nach einem eigenen E-Scooter umgeschaut. Da kam es mir gelegen, dass die Marke Trittbrett mich für ein Fotoshooting mit ihren neuen E-Scootern angefragt hat. Dadurch konnte ich ausgiebig deren Top-Modell Kalle testen.

Mit Schlauchreifen gegen Unebenheiten

Bei Kalle, den ich beim Shooting gefahren bin, handelt es sich um ein Vorserienmodell. Es ähnelt schon sehr stark dem Endprodukt, das die Straßenzulassung bekommen wird. Kommen wir erst einmal zu den harten Fakten. Die Topgeschwindigkeit liegt bei 20 km/h – da ist laut Gesetz Schluss. Diese Geschwindigkeit erreicht Kalle in zwei Stufen durch einen 36V/350W-Frontantrieb. Die Geschwindigkeit und den Ladezustand sieht man auf dem integrierten LCD-Display am Lenker. Auch ansonsten ist alles vorhanden, was man so laut Gesetz braucht: Licht, Reflektoren sowie eine Halterung für das Versicherungskennzeichen.

Schlauchreifen am E-Scooter Kalle von Trittbrett

Die Schlauchreifen des Kalle sorgen für ein geschmeidiges Fahrerlebnis ohne Federung.

Der Roller soll eine Steigung von 20 Prozent meistern. Gefühlt war das in meinem Test auch so, wobei der Roller bei meinem Gewicht natürlich schon ächzte und manchmal etwas Anlauf brauchte. Dabei gibt der Hersteller eine Traglast von bis zu 125 Kilogramm an. Der E-Scooter selbst wiegt zehn Kilogramm und lässt sich einfach zusammenklappen. So konnte ich ihn mehr oder weniger bequem auch an der Lenkstange tragen. Leider hat Kalle keine Federung, dafür aber 8,5 Zoll Schlauchreifen, die Unebenheiten im Boden gut abfedern. Auf Kopfsteinpflaster haben leider alle E-Scooter so ihre Probleme, da hat mich bislang keiner überzeugt.

Kurze Standfläche, griffige Bremse

Bei meinem Test ist mir die Standfläche aufgefallen, weil sie gefühlt kürzer ist als bei den meisten Leih-Scootern. Das war erst einmal ungewohnt. Wenn man aber wie ich den hinteren Fuß in klassischer Skaterstellung quer stellt, ist es schon fast perfekt. Denn dadurch konnte ich ihn nicht nur platzsparender transportieren, ich kam auch nicht unbeabsichtigt an die Trittbremse. Denn ich persönlich bremse lieber per Hand und da stoppte der Kalle einwandfrei – nicht zu schnell, aber auch nicht zu locker. Über einen Kipphebel, den man mit dem Daumen bedient, konnte ich wohl dosiert Gas gegeben. Dabei war auch sehr langsames Fahren problemlos möglich – natürlich mit etwas Übung.

Mit dem Trittbrett E-Scooter in der Mülheimer Innenstadt

Der Kalle von Trittbrett ist ein grundsolider E-Scooter der ideal für die City geeignet ist.

Alles ist vernünftig verarbeitet und mein Test-Roller hatte ein schönes mattschwarzes Finish. Es hat wenig gerappelt und ich war von dem Vorserienmodell sehr positiv überrascht. Ich bin schon gespannt, wie sich die Endversion von Kalle inklusiver Allgemeiner Betriebserlaubnis anfühlen wird. Im Lieferumfang ist später natürlich noch das dazugehörige Ladegerät enthalten. Laut Hersteller ist der E-Scooter innerhalb von 3,5 bis 4 Stunden vollgeladen. Danach steht dem Fahrer eine Reichweite von 22 bis 28 Kilometern zur Verfügung. Das reicht meiner Meinung nach auch für die meisten Städter.

Mein Fazit zum Trittbrett E-Scooter

Der Kalle von Trittbrett ist ein grundsolider E-Scooter, der viel Spaß macht. Er ist sehr gut verarbeitet und bietet alles, was man erwartet. Eine zusätzliche Federung wäre natürlich top. Ebenso mag ich gerne Apps, die mir weitere Infos wie Statistiken liefern. Das ist aber in der angestrebten Mittelpreisklasse von E-Scooter mehr Wunsch als Realität – auch bei anderen Herstellern.


Transparenz-Hinweis: Die Marke Trittbrett hat mich für ein Fotoshooting, aus dem ich hier auch die Fotos verwende, zu deren E-Scootern gebucht. Mein Test und dieser Blogbeitrag waren nicht Bestandteil dieser Kooperation.

Achim Hepp

#machen | Achim ist Digitalexperte, Autor, Speaker und CDO/Gründer des Startups Virado. Er veröffentlicht Fachbeiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie hält er Vorträge und Workshops zu seinen Themen. In dieser Funktion ist er im In- und Ausland unterwegs, wobei er immer die Augen nach digitalen Trends aufhält.