11. Dezember 2018 Achim Hepp

Apple Pay – Wie geht das?

Nachdem Google es mit Google Pay vorgemacht hatte, hat Apple CEO Tim Cook nachgezogen. Ende Juli hat er in seinem Conference Call zu den Quartalszahlen den Deutschlandstart von Apple Pay angekündigt. Leider gab es keine weiteren Details außer, dass der Start im Laufe des Jahres 2018 passieren werde. Und seitdem wurde in Foren und sozialen Netzwerken viel spekuliert und gewartet – auch, weil ja immer weniger Zeit blieb, um das Versprechen dieses Jahr noch zu erfüllen.

Aber nun ist es so weit: Apple Pay ist seit heute morgen verfügbar! Mit dabei sind unter anderem die Deutsche Bank, Hanseatic Bank, Unicredit und American Express. Dazu gesellen sich die alten Bekannten von N26 und boon, die auch schon damals bei Google Pay dabei waren. Boon bietet bereits seit Längerem in anderen Ländern direkt – und über einen Umweg auch für Deutschland – Apple Pay an. Dazu gesellt sich noch die App VIMpay, die schon seit Längerem eine bargeldlose Welt propagiert.

bunq Werbung für Apple Pay

bunq schaltete direkt zum Start von Apple Pay Werbung auf Berliner Citylights.

Karte/n zu Apple Pay hinzufügen

Wie funktioniert denn nun Apple Pay? Als erstes braucht man ein iPhone SE, iPhone 6 oder höher und das aktuellste iOS. Derzeit ist das die Version 12. Mit diesem Gerät ruft man einfach das Wallet auf und tippt oben rechts auf das +-Symbol. Nun öffnet sich – ähnlich wie bei Google Pay – ein Scanner, mit dem man die Kreditkarte abscannt. Wird die Karte erkannt, muss man diese noch bestätigen. Dies scheint von Bank zu Bank leicht unterschiedlich zu sein. Danach ist die Karte verfügbar und weitere Karten können einfach mit dem +-Zeichen hinzugefügt werden. In meinem Fall habe ich meine American Express sowie eine N26 Mastercard hinzugefügt. Eine davon muss ich aber als Standardkarte festlegen. Von Haus aus ist dieses immer die zuerst hinzugefügte Karte, man kann dieses aber einfach in den iOS-Einstellungen unter Wallet & Apple Pay und Transaktionsstandardwerte ändern.

Im Prinzip kann ich nun mit meinem iPhone an jedem NFC-fähigen Kartenterminal bezahlen – sofern dieses korrekt konfiguriert ist – und meine hinterlegte Kreditkarte akzeptiert wird. Dabei ist es egal, ob ein Sticker mit Apple Pay im Fenster klebt oder nicht. Wenn ich nun im Laden mit meiner Standardkarte zahlen möchte, dann ist es entscheidend, ob ich ein iPhone mit Touch ID oder mit Face ID habe. Mein iPhone Xr hat Face ID. Ich muss einfach zweimal die Seitentaste drücken, um Apple Pay zu aktivieren. Im Anschluss wird meine Standardkarte angezeigt. Danach schaue ich auf das iPhone, um die Kartenzahlung über Face ID zu authentifizieren. Zum Bezahlen, halte ich einfach den oberen Teil des Telefons ein paar

Zentimeter über das Lesegerät. Schon hab ich bargeldlos bezahlt. Bei Touch ID funktioniert die Authentifizierung – logischerweise – durch den Fingerabdruck.

Die Deutsche Bank zickt noch

Bei dem Launchpartner Deutsche Bank habe ich nur eine Maestro-Karte und war gespannt, ob ich auch diese einfach hinzufügen kann und dann der Zahlbetrag einfach von meinem Konto abgebucht wird. Viele waren sich im Vorfeld unsicher ob dieses so einfach funktioniert. Und was macht die Deutsche Bank? Sie umgeht die Maestro-Problematik mit einer virtuellen Mastercard, die jedem Kunden als Debitkarte kostenfrei zur Verfügung steht. Fein, da kann ich mit arbeiten. Aber nur in der Theorie. Leider.

Deutsche Bank und Apple Pay

Die Deutsche Bank setzt eine virtuelle Mastercard zur Nutzung von Apple Pay ein.

ApplePay schickt mich beim hinzufügen einer Deutsche Bank-Karte in die zugehörige App, in der ich meine neue Mastercard aktivieren muss. Leider geht das nur via photoTAN – hab ich nicht – und iTAN. Jetzt bin ich verwirrt. Ich bekomme meine TAN immer über eine SMS und weiß gar nicht, ob ich überhaupt einen TAN-Block aus Papier habe. Also muss ich hier erst einmal gucken, wie und ob ich die Deutsche Bank hinzugefügt bekomme oder extra einen TAN-Block zur Aktivierung bestellen. Unterwegs geht es schon mal nicht auf die Schnelle. Und damit wird die N26 nun meine Standardkarte zum Anfang bei ApplePay.

Der erste Kauf vor Ort

Alles eingerichtet und fertig, das bedeutet auf zum ersten Test in freier Wildbahn. Und der geneigte Leser hier im Blog weiß ja, was das bei mir bedeutet: Ab ins Biermuda nach Bochum und praktischerweise die Vorräte an Craftbieren auffüllen. Nur bin ich diesmal gerade in Berlin, also braucht es eine Alternative. Und da vor der Rückfahrt nach Dortmund eh ein Bier anstand, so bin ich kurzerhand ins beereau der Berlin Beer Academy. Vor Ort ein paar Bier auswählen, dem Hendrick an der Kasse zum Scannen geben und dann mein iPhone auf das Lesegerät von SumUp halten und zweimal die Seitentaste klicken. Ein kurzes Bing und ein kleines Häkchen später ist alles erledigt und ich kann mich auf den Heimweg machen. Alles reibungslos. So mag ich das.

Apple Pay verwenden

Apple Pay erklärt sich von alleine – oder eben durch diverse Hilfescreens.

Bei meinem Test war ich fein mit meiner Standardkarte, der N26 Mastercard, hätte aber auch meine Amex wählen können. Der Wechsel geht auch schnell: Wenn die Standardkarte angezeigt wird, muss ich einfach weiterwischen. Wenn ich die entsprechende Karte ausgewählt habe, muss ich mit einem Blick via Face ID die Authentifizierung in die Wege leiten. Bei Touch ID halte ich das iPhone über das Kartenlesegerät und warte auf die Anzeige der Standardkarte. Dann wische ich weiter und wähle eine andere Karte. Nun authentifiziere ich die Zahlung mit meinem Fingerabdruck. Das klingt in der Theorie komplizierter als es im echten Leben ist. Das geht einfach schnell in Fleisch und Blut über und man macht es dann schon automatisch. Da bin ich mir sehr sicher.

Apple Pay nicht nur auf dem iPhone

Aber Apple Pay ist nicht nur für das iPhone gedacht, sondern für praktisch die komplette Palette an Apple Hardware. So können alle Apple Watch Modelle verwendet werden, sofern diese mit einem entsprechend unterstützen iPhone verknüpft sind. Damit kann dann problemlos vor Ort im Laden bezahlt werden – so, wie es der Pokipsie während unseres Trips zur IFA regelmäßig in Berlin gemacht hat.

Zusätzlich unterstützen diverse iPad Modelle und alle Mac Computer mit Touch ID die Zahlung auf Webseiten. Ältere Macs ab 2012 können ebenfalls dieses Feature nutzen. Dafür müssen sie nur mit einem unterstützen iPhone oder einer Apple Watch gekoppelt sein, die mit einem entsprechenden iPhone verknüpft ist.

Neben dem Einsatz vor Ort in Läden bin ich gespannt, inwiefern ich Apple Pay auch im Web nutze. Durch das Sicherheitsfeature Touch ID bei neueren MacBooks ist es auf jedem Fall eine Option. Ich selbst gucke mir auch die andere Seite als Anbieter einmal an und plane in meinem #machen Webshop ebenfalls Apple Pay zu akzeptieren.

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Achim Hepp

#machen | Achim ist Digitalexperte, Autor, Speaker und CDO/Gründer des Startups Virado. Er veröffentlicht Fachbeiträge in verschiedenen Zeitschriften, sowie hält er Vorträge und Workshops zu seinen Themen. In dieser Funktion ist er im In- und Ausland unterwegs, wobei er immer die Augen nach digitalen Trends aufhält.