Im März 2020 war ich zu Gast im Tagesschau Podcast „mal angenommen“. Die Frage der Folge lautete: Was wäre eigentlich, wenn wir Bargeld abschaffen würden?. Damals wurde ich als Digitalexperte dazu befragt, warum ich selbst schon weitgehend ohne Bargeld unterwegs war und welche Vorteile ich in digitalen Zahlungsmethoden sehe.
Fünf Jahre später lohnt sich ein Blick zurück. Denn vieles von dem, was damals noch nach Zukunft klang, gehört 2025 längst zu meinem Alltag. Gleichzeitig ist die Diskussion über Bargeld keineswegs erledigt. Sie hat sich nur verändert.
Hier geht es zur damaligen Folge „Bargeld abschaffen, was dann?“ bei der Tagesschau.
Schon 2020 hatte ich wenig Lust auf Bargeld
Ich gehörte schon damals zu den Menschen, die möglichst mit Karte oder Smartphone bezahlen. Nicht aus ideologischen Gründen, sondern ganz pragmatisch. Ich muss kein Bargeld holen, habe nicht ständig Münzen in der Tasche und meine Zahlungen werden automatisch dokumentiert. Spätestens mit Apple Pay wurde das Bezahlen für mich außerdem einfacher als mit Scheinen und Kleingeld.
2020 war diese Haltung in Deutschland allerdings noch deutlich ungewöhnlicher als heute. Die Tagesschau nahm deshalb für den Podcast verschiedene Perspektiven auf die Frage ein, was passieren würde, wenn Bargeld tatsächlich verschwinden würde. Meine Perspektive war dabei die eines Menschen, der diese Zukunft im eigenen Alltag eigentlich schon ausprobierte.
Dann kam Corona
Nur wenige Tage nach Erscheinen des Podcasts veränderte sich unser Alltag massiv. Plötzlich baten Geschäfte darum, möglichst kontaktlos zu bezahlen. Kartenzahlung wurde auch dort akzeptiert, wo vorher häufig noch „Nur Bargeld“ galt, und viele Händler stellten innerhalb kürzester Zeit ihre Zahlungsprozesse um.
Ich habe damals auch auf meinem Blog darüber geschrieben, dass inzwischen praktisch jeder Händler mit Lösungen wie SumUp unkompliziert Kartenzahlung anbieten kann. Was zuvor häufig als technische oder wirtschaftliche Hürde dargestellt wurde, war plötzlich erstaunlich schnell möglich. Die Pandemie hat damit eine Entwicklung beschleunigt, die ohnehin bereits begonnen hatte.
Mein damaliger Artikel „Aktueller denn je: Jeder kann Kartenzahlung anbieten, zum Beispiel mit SumUp“
2025 ist digitales Bezahlen für mich völlig normal
Heute denke ich beim Bezahlen eigentlich kaum noch darüber nach. In den meisten Fällen halte ich meine Apple Watch oder mein iPhone kurz ans Terminal und bin fertig. Ob im Supermarkt, Café, Restaurant, Taxi oder unterwegs auf Reisen: Digitales Bezahlen ist für mich inzwischen der Normalfall.
Und genau das ist vielleicht die wichtigste Veränderung der vergangenen fünf Jahre. 2020 wurde noch intensiv darüber diskutiert, **ob** sich digitales Bezahlen durchsetzen würde. 2025 geht es für mich eher darum, warum es an manchen Stellen **immer noch nicht** funktioniert.
Muss Bargeld deshalb abgeschafft werden?
Nein. Das war auch nie der entscheidende Punkt für mich. Ich möchte niemandem vorschreiben, wie er bezahlen soll, und Bargeld hat weiterhin seine Berechtigung. Für einige Menschen ist es außerdem wichtig, Ausgaben physisch vor sich zu sehen oder unabhängig von Technik bezahlen zu können.
Genauso selbstverständlich sollte es meiner Meinung nach aber möglich sein, digital zu bezahlen. Mich irritiert es 2025 deshalb mehr denn je, wenn Restaurants oder Geschäfte ausschließlich Bargeld akzeptieren. Nicht, weil Bargeld schlecht ist, sondern weil Wahlfreiheit auch bedeutet, Kunden moderne Zahlungsmöglichkeiten anzubieten.
Fünf Jahre später noch einmal interessant anzuhören
Aus heutiger Sicht finde ich die Podcast Folge besonders spannend, weil sie ein kleines Zeitdokument aus einer Phase ist, in der viele Entwicklungen, die heute selbstverständlich wirken, noch intensiv diskutiert wurden. Wie bezahlen wir in Zukunft? Brauchen wir noch Bargeld? Was passiert mit Datenschutz und Privatsphäre? Und wie verändert digitales Geld unser Verhalten?
Viele dieser Fragen sind 2025 keineswegs erledigt. Im Gegenteil: Mit digitalen Wallets, Instant Payments, Kryptowährungen und der Diskussion um einen digitalen Euro sind neue Aspekte dazugekommen. Deshalb ist die Folge auch fünf Jahre später noch hörenswert. Wenn ich heute noch einmal darauf zurückblicke, stelle ich vor allem eines fest: Ganz so futuristisch, wie das Thema damals klang, fühlt sich eine weitgehend bargeldlose Welt heute gar nicht mehr an.